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Die Lange Anna droht umzustürzen
Bürgermeister Frank Botter: Gemeinde hat kein Geld für Rettungsaktion
Bedrohlich nagen Wasser und Wind an Helgolands Wahrzeichen: Die Lange Anna, ist in Gefahr umzustürzen. Bei Stürmen fragen
sich die Helgoländer, ob ihr weltbekanntes Wahrzeichen hält. Die 47 Meter hohe Felsnadel aus porösem roten Buntsandstein ist nach Meinung von Wissenschaftlern akut vom Einsturz bedroht, falls nicht millionenteure
Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.
„Die Situation ist dramatisch“, sagt der Professor für Wasserbau an der TU Hamburg-Harburg, Erik Pasche. Schon eine Sturmflut
könne reichen, damit sie zusammenbreche. Bis 1865 war der Stein durch eine Felsbrücke mit Hauptfelsen verbunden. Durch eine Sturmflut riss die Felsbrücke, seitdem ragt der 25.000 Tonnen schwere Fels wie ein Monolith
im Nordwesten der Insel aus der See.
Der Legende nach gab es an dem Aussichtspunkt auf Helgolands Oberland zur Kaiserzeit ein Café mit einer großen weiblichen
Bedienung namens Anna. Touristen nannten sie die „lange Anna“ - schon hatte die Felsnadel ihren Namen. Ihr offizieller Name ist Nathuurn Stak. Schon 1903 wurde die Lange Anna erstmals vor der Nordsee geschützt. Bis
1927 wurde eine 1300 Meter lange Mauer, der so genannte Preußenwall gebaut, der weit ins Meer hineinreicht und den Sockel der Westseite der Insel schützt.
„Der untere Teil der Langen Anna, ihre Gründung, ist freigelegt wie ein Zahnhals, durch die starken Wellen kommt es zu
punktuellen Aushöhlungen“, sagt Prof. Pasche. Er glaubt im Gegensatz zu anderen Experten und vielen Helgoländern, dass der Felsen durch eine Verbesserung der Standsicherheit noch zu retten ist. Doch dafür wären
mehrere Millionen Euro nötig. Mit einer Verfüllung am Fundament oder einem Schutz durch große Steine ließe sich das Monument sichern. „Aber die Zeit drängt“, meint Pasche. „Für eine Million kriegt man das nicht“,
entgegnet Helgolands Bürgermeister Frank Botter. Eine Stiftung zur Rettung der Langen Anna hatte bis 2001 umfangreiche Expertisen anfertigen lassen - doch eine Rettung scheiterte an unterschiedlichen Auffassungen
der Stiftung und der Inselbewohner. Die Helgoländer wollen ihre Attraktion natürlich nicht kampflos aufgeben - sie sehen aber keine Möglichkeit, Geld für die Rettung aufzubringen. „Eine Postkarte von Helgoland ohne
Lange Anna ist keine“, sagt Botter. Der Bürgermeister hofft, dass die Felsnadel den düsteren Prognosen trotzen wird. (Theo Kruse)
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