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Halbherzige Manöver fanden keine Gnade
Premiere: Regattatraining für Seesegler vor dem Nassauhafen
Wilhelmshaven. „Wenden – Segel auf hoch am Wind einstellen und wieder Fahrt ins Schiff bringen!“ Die Kommandos des Trainers im Schlauchboot kommen präzise aus dem Megaphon: Regattatraining für Seesegler steht auf dem Programm.
Zum ersten Male veranstaltete der Segler-Verband Niedersachsen (SVN) im Revier vor dem Nassauhafen ein zweitägiges Training, das
vom Sportwart See des SVN, Jens Nickel aus Stade, geleitet wurde. Nickel, seines Zeichens Segelmachermeister und Inhaber der Segelwerkstatt Stade, hatte die Skipper der 15 gemeldeten Yachten und ihre Crews schon am
Vorabend eingenordet: „Das ist keine Spaßveranstaltung!“ Das war sie in der Tat nicht, aber sie war lehrreich und informativ. Alle, die dachten, schon bisher ganz passabel segeln zu können, traten mit neuen Tipps
und Tricks den Heimweg an. Die Teilnehmer kamen aus den Wilhelmshavener Vereinen und von der Segelkameradschaft Horumersiel (SKHS), die echten „Cracks“ eben – oder was man an der Jade dafür hält.
Jens Nickel und seine sach- und fachkundige Mannschaft raubten den gut 50 Aktiven schnell alle Illusionen: „Ihr wollt segeln
können?“ Gnadenlos deckte der Trainer am ersten Abend mittels Videobeweisen die gröbsten Schwachstellen auf, kritisierte anhand der Startliste die Fehl-, Spät- oder Frühstarts. „Ihr müsste eure Startvorbereitung so
einrichten, dass die Yacht beim Schuss mit `full speed` über die Linie fährt“, riet er. Zögerliche oder halbherzige Manöver fanden kein Lob: „Ihre fahrt nicht aggressiv genug, lasst euch nicht abdrängen, luvt die
Gegner einfach hoch.“
Das ganze wurde geübt „bis zum Umfallen: Zwei Tage immer wieder Starten, Luvtonne suchen, Wendemarke runden, Spinnaker hoch und
durchs Ziel. Und zwischendurch pickten sich die Trainer in den flinken Schlauchbooten immer wieder Yachten zur „Nachhilfe“ heraus: Einzeltraining wurde diese Art intensiver Schulung verharmlosend umschrieben.
„Erholsam war das Wochenende auf dem Wasser keinesfalls, aber sehr lehrreich“, sagte ein WSC-Mitglied. Der Wilhelmshavener Segelclub, sein
Vorsitzender Jörg Owen und SVN-Vizechef Paul Bömack sowie Regionalvorsitzender Jonny Janssen verfolgten mit Interesse das Treiben der Regattacracks. Dem WSC wurde für die freundliche Aufnahme der Trainingsteilnehmer
herzlich gedankt. „Wenn’s Spaß gemacht hat, kommt nächstes Jahr wieder“, rief Sportwart Jens Nickel den Jadeseglern zum Abschied zu, bevor seine „X-Play“ den Nassauhafen mit Kurs Cuxhaven verließ.
Text und Foto: Theo Kruse
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