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Leuchtturm „geköpft“ Großer Vogelsand ist nur noch Geschichte
Dank der guten Vorbereitung ging an
diesem Dezembertag bei spiegelglatter See auf der Position 54 Grad 00' N und 008 Grad 29' E ganz schnell. Die 100 Verbindungsschrauben waren gelöst. Fast eine Stunde früher als geplant, hob der 300 Tonnen
schwere Kopf des Leuchtfeuers ganz langsam vom Turmschaft ab. Bald darauf waren Turm und Kopf getrennt. Am 17. Dezember 2008 um 13.30 Uhr war der Leuchtturm Großer Vogelsand Vergangenheit und nur noch ein Kapitel in
der Geschichte der Elbe-Leuchtfeuer. Und zwar ein verhältnismäßig kurzes. „Anders als der traditionsreiche Leuchtturm Roter Sand in der Wesermündung ist der Große Vogelsand nur 33 Jahre alt geworden, eine kurze
Zeitspanne für einen Leuchtturm“, berichten die „Cuxhavener Nachrichten“.
Gebraucht wurde der 45 Meter hohe Turm schon seit Jahren nicht mehr. 1998 war er abgeschaltet worden, zu teuer war der Betrieb und
die Berufsschifffahrt brauchte das Leuchtfeuer dank Radar und GPS ohnehin nicht mehr. Auch das Nebelsignal wurde im Januar 2004 abgeschaltet. Was blieb war das nackte Stahlbauwerk. Zwei zwischenzeitliche Versuche,
die Unterkunftsräume mit 24 Betten als Restaurant mit Hochzeitssuite zu vermarkten, schlug auch fehl, so dass am Ende nichts blieb als Nostalgie und Erinnerung. Doch dafür ist die Wasser-und Schifffahrtsverwaltung
nicht zuständig, weshalb Wasser- und Schifahrtsamt Cuxhaven im Frühjahr die Entscheidung fiel: der Turm muss rückgebaut und durch eine kleinere, 25 Meter hohe Navigationsbake ersetzt werden.
Den Auftrag
erhielt das Cuxhavener Unternehmen Ludwig Voss. Bereits am Vortag waren die Wasserbauer mit dem firmeneigenen Schwimmkran „LVP I“ zum Leuchtturm gefahren, um für die Demontage alles vorzubereiten. Außerdem kam dann
der Schwimmkran „Enak“ der Reederei Bugsier aus Bremerhaven dazu. Gegen 12.30 Uhr wurde es spannend: Der Turmkopf wurde angeschlagen. Ganz langsam begann das Heben. Die vorbeifahrenden Schiffe hatte die
Revierzentrale zum Langsamfahren angehalten, um Schwell möglichst zu verhindern. Dann ging alles schneller als geplant. Schon um 14 Uhr hing der Turmkopf im Kran, etwa sechs Meter über der Wasseroberfläche. Die
Fahrt in die Weser nach Bremerhaven konnte beginnen. Geschoben wurde der Schwimmkran vom Schlepper „Steinbock“. Mit dabei war auch der damalige „Architekt“ des Turms, der heute 80 Jahre alte Bauingenieur
Horst-Dieter Vogt aus Kiel. Text: Theo Kruse
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